Schreiben nach Karten

Auswahl an Karten aus den Serien Saga, Mythos und 1001

Ich mag Karten. Man kann sie ansehen, sortieren, mischen, umsortieren, nach Bedeutung suchen und Bedeutung hineinlesen. Und alles immer wieder neu.

Karten können auch beim Schreiben helfen. Anders gesagt: Alle Bilder können beim Schreiben helfen. Nicht, weil Bilder mehr sagen als 1000 Worte, sondern weil sie Ausgangspunkte sein können für Geschichten. Sie können an Gefühle und Erinnerungen rühren und so Zugang verschaffen zu etwas, das man durch Nachdenken nicht erreicht.

Neulich habe ich drei Kartensätze gekauft, die ich sehr schön finde: „Saga„, „Mythos“ und „1001„, alle von OH Publishing.  Die Karten auf dem Foto stammen aus allen drei Sätzen. Ich hab bisher vor allem mit den Karten rumgespielt und nicht viel geschrieben, kann mir aber vorstellen, dass sich damit auch lose Geschichtenstrukturen bilden lassen. Vielleicht kann man auch einfach eine Karte ziehen oder aussuchen und gucken, wie sie sich in die Geschichte einbauen ließe, die man gerade schreibt, auch wenn das überhaupt kein Märchen ist. Ich kann mir vorstellen, dass das interessant ist, vor allem, wenn man nicht weiter kommt. Es ist dann in etwa das, was Gianni Rodari in Grammatik der Phantasie als „fantastisches Binom“ bezeichnet: Fantasie als Produkt einer Spannung zwischen zwei Dingen, die zunächst vielleicht unvereinbar scheinen oder nicht zueinander passen.

Ich mag an den Karten vor allem das Gefühl, das sie vermitteln. Für mich bieten sie eine Art Verheißung, die Verheißung einer Märchenwelt, die auch ohne mein Zutun existiert und in die mir die Karten vereinzelte Einblicke gewähren.

6 Comments

  1. Antje

    Schön! Vorgestern habe ich zum ersten Mal den Film „Wie im Himmel“ gesehen. „Die Musik ist schon da“, sagt der Hauptdarsteller seinen Chorschülern, und hebt dabei die Arme und den Blick, „sie ist schon da, sie ist überall“ (naja, so in der Art sagt er es). Vielleicht ist es mit den Geschichten und Märchen auch so?

    Kommentar by Antje on 5. März 2013 at 09:57

  2. So richtig kann ich mir das nicht vorstellen. Aber auf jeden Fall braucht man eine Menge Karten zu Hause, wenn man nicht mehr weiter kommt? Vielleicht sollte ich es mal ausprobieren.
    (Aber nicht mit der StarWars-Karten-Sammlung der Jungs :-)

    Kommentar by text-burger on 8. März 2013 at 08:28

  3. Egentlich unterscheidet es sich gar nicht so sehr von den Hosentaschen-Geschichten, über die du mal gebloggt hast. Man hat einfach ein neues Element, das man als Anstoß nutzen kann. Gut sind auch Postkarten aller Art, also auch Kunstpostkarten, Tierbilder, alte Familienfotos (von fremden Familien oder der eigenen). Gibt es billig beim Trödler!

    Kommentar by RitterJulia on 14. März 2013 at 00:22

  4. Oh, wenn Du es liebst nach Karten zu schreiben oder gar zu erzählen, dann solltest Du Dir vielleicht das Spiel „Dixit“ zulegen, wenn Du es nicht bereits besitzt. Es ist in dieser Hinsicht ein Schatz gefüllt mit vielen wunderschönen, illustierten Karten!
    Abgesehen davon ist es eines meiner Lieblings-Gesellschaftsspiele. :)

    LG Looona Lou

    Kommentar by Looona Lou on 23. April 2013 at 00:54

  5. Hallo Looona Lou, die Dixit-Karten kannte ich gar nicht – sehen witzig aus!

    Kommentar by RitterJulia on 23. April 2013 at 10:50

  6. Schreiben nach Karten, das funktioniert ganz wunderbar, finde ich. Man kann sich von einer einzigen Karte inspirieren lassen oder eben von mehreren. Schön ist es auch, wenn man Karten mit Personen hat. Da kann man dann zwei ziehen und lässt die Menschen aufeinandertreffen. Oder man hat Ortskarten und Menschenkarten … Ach, ihr merkt: Mein Schreibspieltrieb ist schon wieder erweckt ;-) Der Heragon-Verlag hat auch solche Bildimpulskarten, die gefallen mir auch gut. Obwohl ich auch überall immer ganz normale Postkarten mitnehmen.

    Kommentar by Andrea on 26. April 2013 at 12:25

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