Schöne Buchläden in Kreuzberg: ebertundweber

In unmittelbarer Laufnähe meiner Wohnung gibt es ziemlich viele gute Buchläden. Da trifft man auf Bücher, von deren Existenz man nichts ahnte, kann sie in die Hand nehmen und dran riechen und die fachkundigen Buchhändler und Buchhändlerinnen fragen, ob sie auch so gut sind, wie sie duften (also die Bücher, nicht die Händler). All das kann man bei Amazon schon mal nicht, außerdem hat man da immer das Problem mit den hässlichen Pappummantelungen, die blöd in der Wohnung rumliegen.

Im Buchladen kriegt man dagegen im Zweifelsfall eine sehr schöne Tüte zum Buch – so zum Beispiel bei ebertundweber (nicht nur Link klicken! Wohnung verlassen und in den Laden gehen!) in der Falckensteinstraße 44 zwischen Wrangelstraße und Schlesischer Straße.

Im vorderen Raum präsentiert ebertundweber schöne und interessante Bücher von kleinen Verlagen – ich hab das Hauptstadtbuch des nicht gerade unbekannten, aber unabhängigen Verbrecher Verlags gekauft und mich sehr gefreut, darin Texte von mir bekannten Personen zu lesen. (Der Berliner an sich – und als Zugezogene bin ich natürlich eine Berlinerin an sich, da die meisten von uns zugezogen sind, außerdem ist das bei mir schon über die Hälfte meines Lebens her – liebt ja vor allem das, was er schon kennt. Aber das Buch ist wirklich lustig und gut und weckt Melancholie, was wiederum meiner norddeutschen Seele entspricht).

Hinterzimmer der Buchhandlung ebertundweberHinten im Laden gibt es eine sehr gute Auswahl englischer Bücher. Und bei meinem ersten Besuch war ich gleich begeistert, dass die Buchhändlerin eines meiner aktuellen Lieblingsbücher kannte und die deutsche Übersetzung vorrätig hatte, auch wenn ich die nicht kaufen wollte, weil ich ja schon das Original gelesen hatte: A Place of Greater Safety von Hilary Mantel (deutscher Titel: Brüder). Von Hilary Mantel hatten sie aber auch das neuste Buch da, Bring Up the Bodies, die Fortsetzung zu Wolf Hall (dt.: Wölfe) – alle sehr zu empfehlen. Außerdem gibt es bei ebertundweber auch Kalender, Postkarten, Geschenkpapier und kleinen Schnickschnack, aber erstens solchen, der nicht überall an der Kasse rumsteht und zweitens auf angenehm zurückhaltende Weise und vollkommen ohne Hugendubelisierung.

Anschließend kann man sich mit seiner Beute ins Baretto in der Wrangelstraße zurückziehen und die frischen Bücher dort mit extrem leckeren Focaccia und ebenfalls exquisitem Kaffee vollkrümeln bzw. -kleckern. Ich sollte das hier gar nicht schreiben, weil das Baretto sowieso schon so voll ist (kleiner Laden, gute Ware, da bleibt das nicht aus). Aber was soll’s.

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